Eine Klimaanlage für die eigenen vier Wände

Hochsommer. Sie haben soeben lauwarm geduscht und Ihr Pyjama aus dem Eisfach geholt. Nun liegen Sie im Bett Ihrer malerischen Dachwohnung und träumen von kühler Waldluft. Nach einer Stunde baden Ihre Gedanken in einem eisblauen Gletschersee. Und nachdem Sie gegen Mitternacht noch immer vor sich hin schwitzen, wissen Sie plötzlich: Was ich brauche, ist eine Klimaanlage!

So erging es uns. Dazu kam, dass ich hochschwanger war und mir die Hitze gleich doppelt zu schaffen machte. Der Anruf beim Fachmann am nächsten Morgen brachte Ernüchterung statt der erhofften Abkühlung: Ein professionelles Split-Gerät inkl. Installation kostet gut 3’500 CHF beziehungsweise 2’250 EUR in Deutschland. Für zwei Schlafzimmer wären wir rasch bei 5’000 bis 6’000 CHF! Ich beschloss, nach alternativen Klimageräten zu suchen. Was ich dabei herausfand, möchte ich auf diesen Seiten gerne mit Ihnen teilen.

Welcher Typ Klimaanlage eignet sich für mich?

Grundsätzlich gibt es vier Arten von Klimageräten:

  • Mobile Luftkühler
  • Mobile Monoblock-Klimageräte mit Abluftschlauch
  • Split-Klimageräte mit Aussenteil
  • Zentrale Klimaanlagen

Mobile Luftkühler

Sogenannte Luftkühler oder Aircooler arbeiten mit Eis- und Kaltwasser. Sie sind keine Klimaanlagen und können von der Kühlleistung her auch nicht mit solchen verglichen werden. Sie eignen sich dazu, die Luft etwas aufzufrischen und sorgen für eine kühle Brise. Die Raumtemperatur reduzieren sie dabei nur marginal. Ausserdem erhöhen sie die Luftfeuchtigkeit, was im Sommer kontraproduktiv sein kann. Dafür benötigen Luftkühler keinerlei Installationen. Erhältlich ab 20 EUR.

  • Vorteile: Günstig und ohne Installation
  • Nachteile: Niedrige Kühlleistung, Erhöhung der Luftfeuchtigkeit

Mobile Monoblock-Klimageräte mit Abluftschlauch

Ebenfalls ohne Installation, jedoch deutlich wirksamer funktionieren mobile Monoblock-Geräte. Die gesamte Technik steckt in einem Gehäuse. Die Aussenwand braucht nicht durchbohrt zu werden, da die heisse Luft mittels Abluftschlauch durch einen abgedichteten Fensterspalt ausgeblasen wird. Da hierdurch ein Unterdruck entsteht, muss der Raum ausreichend Ritzen und Spalten haben, damit wieder Luft angesaugt werden kann. Durch die wiedereinströmende Luft wird zugleich ein Teil der Wirkung der Anlage wieder zunichtegemacht. Eine Ausnahme bilden Geräte mit zwei Abluftschläuchen. Monoblock-Geräte stehen meist auf Rollen und können so bequem von Raum zu Raum verschoben werden. Es gibt hohe Unterschiede in Leistung und Verbrauch – ein Vergleich (folgt) lohnt sich! Schwierig ist es auch, den Fensterspalt richtig abzudichten (Anleitung folgt). Preis ab 200 EUR.

  • Vorteile: Günstiger Anschaffungspreis rechnet sich insbesondere bei sporadischer Nutzung an besonders heissen Tagen, einfache Installation ohne Fachmann, Aussenwand muss nicht durchbohrt werden, in mehreren Räumen einsetzbar, kann im Keller überwintern
  • Nachteile: Höherer Stromverbrauch, Fenster muss offenstehen, erhöhte Lärmemissionen durch Kompressor im Innenraum

Split-Klimageräte mit Aussenteil

Wenn Sie eine langfristige Lösung suchen, die Sie nachträglich einbauen können, eignen sich Split-Geräte. Sie verbrauchen weniger Strom, sind leiser und kühlen besser. Sie müssen jedoch vom Fachmann installiert werden und benötigen einen Wanddurchbruch. Split-Geräte bestehen aus zwei Teilen: Der eine befindet sich im Freien und komprimiert dort das Kältemittel. Der andere kühlt die Luft im Innenraum. Verbunden sind die beiden Teile durch einen dünnen, gut isolierten Schlauch. Viele solche Geräte können im Winter auch zum Heizen eingesetzt werden. Split-Geräte gelten als effizienter als Monoblock-Geräte. Es ist jedoch nicht immer ganz einfach, einen guten Platz für das Aussengerät zu finden. Balkone und Terrassen können hier helfen. Oftmals haben Vermieter Einwände gegen eine Installation an der Aussenfassade. Erhältlich sind Split-Geräte inkl. Installation ab 2’250 EUR.

  • Vorteile: Niedriger Stromverbrauch rechnet sich insbesondere bei häufiger Nutzung, gute Kühlleistung, hohe Effizienz, niedriger Geräuschpegel
  • Nachteile: Hohe Anschaffungskosten, Installation durch Fachmann erforderlich, Aussenwand muss durchbohrt werden, kann nur in dem Raum eingesetzt werden, in dem sie installiert ist, Absprache mit Vermieter und Nachbarn oftmals erforderlich

Zentrale Klimaanlagen

Wenn Sie einen Neubau oder eine grössere Renovation planen, lohnt es sich, sich mit zentralen Gebäude-Klimaanlagen auseinanderzusetzen. Diese bestehen aus einem zentralen Zuluft-Abluft-Gerät sowie mehreren Luftkanälen, die zu den einzelnen Räumen führen. Sie gelten als sehr leise, angenehm und energieeffizient und sind ab 7’000 EUR resp. 10’000 CHF erhältlich.

Wieviel Kühlleistung benötige ich?

Um herauszufinden, wie viel Leistung Sie zur Kühlung Ihres Raumes benötigen, gibt es eine einfache Faustformel: 30 Watt pro Kubikmeter Rauminhalt.

Rechnungsbeispiel für 25 m² Grundfläche und 2.5 m Raumhöhe:

25 m² x 2.5 m = 62.5 m³ Rauminhalt

62.5 m³ x 30 Watt = 1’875 Watt

Je nach Sonneneinstrahlung, Dämmung, Anzahl Personen und Wärmequellen im Raum kann diese Zahl auch variieren.

Einen Sonderfall stellen Dachgeschosswohnungen dar: Da man oftmals nicht genau weiss, wie gut die Wärmedämmung im Dach ist, sollte man zur Sicherheit von 50 bis 60 Watt pro Kubikmeter Rauminhalt ausgehen.

Es gibt auch verschiedene Online-Rechner, die mehrere Faktoren berücksichtigen.

Vorteile und Nachteile

Vorteile einer Klimaanlage

Je höher die Temperatur, desto weniger leistungsfähig ist der Mensch. Bei 33°C leisten wir gerade noch 50 Prozent von dem, was wir könnten. Dazu kommt das Gesundheitsrisiko von hohen Temperaturen. Insbesondere für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ältere Menschen, Schwangere und Säuglinge kann Hitze eine Gefahr für die Gesundheit bedeuten. Durch Abkühlung auf die empfohlene Raumtemperatur können wir besser schlafen, arbeiten, fühlen uns wohler und vermeiden hitzebedingte Gesundheitsrisiken.

Nachteile einer Klimaanlage

Sowohl die Anschaffung als auch der Betrieb haben ihren Preis – es lohnt sich also, zu vergleichen. Mobile Geräte gibt es ab ca. 200 EUR, können aber über 1.000 EUR betragen. Fest installierte Anlagen kosten ein Vielfaches plus Montagekosten durch den Fachmann.

Schlecht gewartete Klimageräte können Bakterien, Schimmelpilze und andere Mikroorganismen verbreiten. Es ist daher wichtig, seine Anlage richtig zu warten (Link folgt).

Weitere Probleme stellen der Energieverbrauch, die Abwärme und die Betriebsgeräusche vieler Anlagen dar. Besonders energiesparende Geräte sowie besonders ruhige werde ich Ihnen bald vorstellen.

Gewisse Kältemittel stellen eine Gefahr für die Umwelt dar. Insbesondere können bestimmte Kältemittel die Ozonschicht schädigen. Moderne Geräte sind diesbezüglich aber sicher.

Eine weitere Gefahr stellt der sogenannte «Kälteschock» dar. Dabei kann das Betreten eines stark gekühlten Raums im Sommer in bestimmten Fällen eine Erkältung auslösen. Dem kann man entgegenwirken, in dem man die Raumtemperatur nicht kälter als 6 °C unter der Aussentemperatur einstellt. Einige Geräte bieten auch eine automatisch gleitende Anpassung der Raumtemperatur an die Aussentemperatur an.

Oftmals liefern Klimaanlagen nicht die erhoffte Leistung. Es ist daher wichtig, dass das richtige Gerät gewählt wird – sonst wird es zum echten Stromfresser.

Gerade Monoblock-Geräte können sehr laut sein. Split-Geräte sind da besser, da sich der Kompressor im Freien befindet. Man sollte jedoch darauf achten, dass man keinen Nachbarn stört.

Eigene Erfahrungen

Wir leben in einer Dachzimmerwohnung mit Südwestfenstern. Insbesondere das Schlafzimmer liegt direkt unter dem Dach. Im vergangenen Jahr betrug die nächtliche Temperatur darin selten unter 26 Grad. Zur Zeit suchen wir selber nach einem passenden Klimagerät. Über unsere Erfahrungen werden wir an dieser Stelle bald berichten!